Schule und Pädagogik
Die westdeutsche 68er Bewegung stellte traditionelle Erziehungsmodelle in Frage – ein Anliegen, das Tüllmann fotografisch in mehreren größeren Reportagen zu reform- und alternativpädagogischen Ansätzen begleitete, in denen die Lernbedingungen in verschiedenen Schulformen anschaulich werden. So nahm sie 1968 und 1969 für das Schülermagazin Underground die Odenwaldschule auf und porträtierte 1969 die Frankfurter Ernst-Reuter-Schule als eine der ersten integrierten Gesamtschulen Hessens. Aus dieser Reportage stammt die häufig publizierte Ikone aus der Umbruchszeit der Pädagogik „Meine Freiheit ist immer die Freiheit des anderen Menschen!“. Für die 1974 aus der Kinderladenbewegung heraus gegründete Freie Schule Frankfurt entstand 1977 in enger Zusammenarbeit mit den Initiatoren eine vollständig von Tüllmann bebilderte Publikation.
Im Kontrast zu antiautoritären Kinderläden porträtierte Tüllmann auch Regelkindergärten und kommentierte auf der Rückseite eines Abzugs: „Modellkindergarten St. Evangelist in Mainz (Die Kinder langweilen sich zu Tode)“. Publik visuell druckte eine reformbefürwortende Reportage. Zwischen 1974 und 1976 lieferte Tüllmann Bilder für Poster, Bildkarten und Lehrbücher des Deutschen Jugendinstituts München, dessen „Didaktische Einheiten“ Anregung boten, Kinder durch „Lernen in Lebenssituationen“ besser auf das Alltagsleben vorzubereiten.

































